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/// Artists Statement [pdf]
/// Lisa Steib »Agression.Blick.Gold. —
Zu drei Begriffen für Nadine Decker« [pdf]
/// Arbeitskonzept »Das
Buch« [pdf]
/// Astrid Köhler »Was will ich damit
eigentlich sagen?« [pdf]
/// Karina Herring »Blütenlose Unheimlichkeit«
[pdf]
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Arbeitskonzept »Das Buch«
Nadine Decker
Die Faszination für fremde, unverständliche Schriften ist Ausgangspunkt
für diese Arbeit. Geschriebenes hat immer eine starke Bedeutung, eine
geschriebene Aussage erscheint oft wie ein Gesetz. In allen großen
Religionen wurden die Glaubensvorschriften in Büchern festgelegt. Der
Bezug auf religiöse Bücher liegt für die projektierte Arbeit
in meinem Interesse an der Macht des geschriebenen Wortes. So schreibe ich
mein eigenes »Buch der Bücher« das meine Ungläubigkeit
an ein mögliches Verständnis vom »Sinn des Lebens«
thematisiert. Die Frage nach der Entwicklung einer Schrift stellt sich für
dieses Projekt nicht. Ein auf Papier schreibender Stift schreibt Schrift.
Es geht nicht darum Worte zu finden. Es geht darum zu spielen es gäbe
Worte, aber es gibt nichts als ein Buch und ein Schriftbild. Die Bedeutung
des Inhalts bleibt in der Macht der Schrift und des Buches haften. Die Geschichte,
der Inhalt eines ganzen Buches bleibt allein bei mir, der Schreiberin und
vielleicht in der Interpretation des »Lesenden«.
Das Buch, das alleine nichts »sagt« – in dem nichts lesbar
geschrieben steht, nutzt die Erinnerung an Bedeutungsvolles (heilige Bücher)
um damit Bedeutung vorzugaukeln. In diesem Projekt, nehme ich mir als Künstlerin
die Freiheit heraus, den Glauben an ein »allgemeingültiges Wort«
umzudrehen und diesem gespielten Wort seine Bedeutung zu nehmen bzw. gar
nicht erst zu geben. Anmaßend erlaube ich mir meinen eigenen Urtext
zu schreiben und provoziere durch das freie Spiel mit Schriftlichem, die
menschliche Sehnsucht nach Verständlichkeit. Es ist ein Buch das zunächst
nichts kommuniziert, das sich vollkommen verschließt und im Idealfall
über die sorgfältige, sehr ästhetische Schrift zu einem autodidaktischen
Verstehen wollen des Lesers führt.
Der Titel funktioniert als Zeichen, es ist eine Wort-Form ohne deutlich
sichtbaren »Anfang« und »Ende«. Er wurde mit demselben
Schriftspiel quasi intuitiv gesetzt, dann jedoch ausgeformt. Im Titel ist
der kalligrafische Aspekt der Arbeit auf die Spitze getrieben. Als Stempel
produziert ist der Titel überall leicht anzubringen, das mühsame
Schreiben wird ersetzt durch eine einzige Geste, die mit Druck eine Spur
hinterlässt. Der Titel des Buches wird durch den Stempel zum Siegel,
zur Unterschrift die sich auch gelöst vom Buch behaupten kann und soll.
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